Inklusionsorientierte Professionalität

Netzwerk

Das Netzwerk «Inklusionsorientierte Professionalität» bietet interessierten Personen aus Praxis, Hochschule und anderen Bildungseinrichtungen einen Raum, um über die eigene Rolle bei der Herstellung von Differenz und Ungleichheiten nachzudenken und Handlungsalternativen zu entwickeln.

Kontakt

Daniel Hofstetter Titel Prof. Dr.

Funktion

Professor für Professionalisierung und Kompetenzentwicklung

Annette Koechlin Titel MA

Funktion

Senior Lecturer

Verena Muheim

Funktion

Senior Lecturer

Auch in einer «Schule für alle» führt (heil-)pädagogisches Handeln dazu, dass Schüler:innen zu Ungleichen gemacht werden. Fachpersonen sind deshalb gefordert, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie sie im Schul- und Unterrichtsalltag Differenzen herstellen.

Das bedeutet, dass professionelles Handeln beinhaltet, die eigenen Herangehensweisen und Massnahmen hinsichtlich ihres aussondernden Potenzials zu prüfen. Denn auch Fördermassnahmen implizieren immer eine gesellschaftliche Norm und richten den Blick auf Abweichungen. Wenn Schüler:innen eine sonderpädagogische Massnahme erhalten, ist daher Folgendes zu berücksichtigen: Eine zugesprochene Massnahme hat mit dem sozialen Kontext zu tun. Und: Die damit verbundene Zuschreibung der Kategorie «sonderpädagogischer Förderbedarf» kann zu einem Hindernis für Bildung und Teilhabe werden.

Das «Netzwerk Inklusionsorientierte Professionalität» nimmt sich dieser Thematik an. Daniel Hofstetter und Annette Koechlin sind die Gründer:innen des Netzwerks und äussern sich zu dessen Ziel: «Es geht um die bewusste Entscheidung, Situationen aus dem Schul- und Unterrichtsalltag immer wieder gemeinsam kritisch in den Blick zu nehmen. Im Wissen darum, dass Differenzen nicht sind, sondern gemacht werden und dass diese mit Ungleichheit verbunden sind, gilt es, sich die Frage zu stellen, wer in Situationen als was bezeichnet wird und was dies für die Ermöglichung und Begrenzung von Bildungsprozessen bedeuten kann.»

«Lesen, Denken, Rekonstruieren: Dem Schweigsamen im Pädagogischen auf der Spur»

Pädagogische Praxis ist komplex: sie ist geprägt von vielzähligen, gleichzeitig ablaufenden Interaktionen. Ausserdem ist sie von bestimmten Diskursordnungen und Machtverhältnissen durchzogen. Oft wird der Blick auf Verbesserungspotenziale oder auf gelingende Momente pädagogischer Praxis gerichtet. Solche Betrachtungsweisen bleiben jedoch an der Oberfläche und übersehen die meist stumm wirkenden, schwer fassbaren Aspekte. Genau diesen möchten wir in der Denkwerkstatt auf die Spur kommen: dem Schweigsamen in der Pädagogik, das als «blinder Fleck» im Verborgenen wirkt und pädagogische Situationen mitkonstituiert. Wir betrachten pädagogische Praxis dabei als soziales Geschehen, das von impliziten Regeln, Routinen, Normen und stillen Ordnungen getragen und hervorgebracht wird.

Wie? Anhand ausgewählter Texte von Foucault erarbeiten wir uns in der zweiten Durchführung der Denkwerkstatt eine kritische Perspektive auf soziale Verhältnisse. In unseren Gesprächen und während der Arbeit an eingebrachtem empirischem Material versuchen wir gemeinsam, diese Perspektive auf pädagogische Situationen und Erfahrungen zu übertragen.

Wer? Die Denkwerkstatt richtet sich an interessierte, pädagogisch tätige Personen, die sich regelmässig treffen, um empirisches Material gemeinsam zu rekonstruieren und darüber ins Gespräch zu kommen. Wir wünschen uns eine regelmässige Teilnahme und bitten bei der Anmeldung darum, sich alle Termine zu reservieren.

Wann? Die Lese- und Denkwerkstatt findet jeweils donnerstags, von 17.30 bis 19.30 Uhr statt. Reservieren Sie sich bitte folgende Termine: 

  • 24. September 2026: Was ist Kritik?
  • 29. Oktober 2026: Die Ordnung des Diskurses
  • 10. Dezember 2026: Rekonstruktion von empirischem Material
  • 10. Februar 2027: Überwachen und Strafen
  • 15. April 2027: Überwachen und Strafen
  • 20. Mai 2027: Rekonstruktion von empirischem Material

Wo? Wir tauschen uns vor Ort aus, an der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik in Zürich-Oerlikon. Der Raum wird via Monitor beim Eingang ins Gebäude bzw. im Foyer bekanntgegeben.

Anmeldung. Eine Anmeldung ist bis 20. September 2026 via MS Forms möglich. Bei Fragen stehen Daniel Hofstetter, Annette Köchlin oder Verena Muheim gerne zur Verfügung.

Zum Formular

Fürs Netzwerk anmelden und eigene Professionalität stärken

Melden Sie sich via MS Forms für das Netzwerk an und erhalten Sie Informationen über Aktivitäten per E-Mail.

Zur Anmeldung

Weitere Informationen

  • Die erste Netzwerktagung «Inklusionsorientierte Professionalität» fand am Samstag, 3. September 2022 an der HfH statt. Zum Nachbericht
  • Im Bildungssystem entstehen und verfestigen sich Ungleichheiten, die weit über die Schule hinausreichen und für die ganze Biografie prägend sind. Zum Institutsthema
  • Heil- und sonderpädagogische Professionalität bedeutet, mit zwei Brillen auf die Praxis zu schauen: Die eine Brille richtet den Blick auf das «What works?», also wie sich pädagogisches Handeln wirksam verbessern lässt. Die andere Brille fokussiert das «What the hell is going on here?» und schärft den Blick dafür, was in Situationen passiert. Zum Institutsthema