Deutschsprachige digitale Lernumgebung zu Sprache und Kommunikation (DeLeDi-SpuK)

Kategorie Projekt

Ausgangslage und Ziele

DeLeDi-SpuK ist ein transnationales Erasmus+-Projekt mit Movetia-Förderung von Partnerinstitutionen aus Deutschland, Österreich, Luxemburg, Belgien und der Schweiz. Entwickelt wird eine deutschsprachige digitale Lernumgebung zu Sprache und Kommunikation, die Lehrpersonen beim systematischen Wissensaufbau und der Professionalisierung ihrer Handlungspraxis unterstützt. Die modularen Lernangebote umfassen sprachförderlichen Unterricht, Mehrsprachigkeit, Sprachverstehen, Kommunikation, Pragmatik und den Umgang mit sprachlichen Barrieren. Die Ergebnisse werden nachhaltig in die Aus- und Weiterbildung der HfH integriert.

Projektleitung

Karoline Sammann Titel Prof. Dr.

Funktion

Leiterin Institut für Sprache und Kommunikation / Professorin

Fakten

  • Dauer
    01.2026
    12.2028
  • Projektnummer
    4_65

Kooperationen

  • Schule Opfikon

Finanzielle Unterstützung

  • erasmus+
  • Schweizerische Stiftung für die Förderung von Austausch und Mobilität (MOVETIA)

Ausgangslage

Lehrpersonen stehen in zunehmend sprachlich heterogenen und inklusiven Unterrichtskontexten vor komplexen Anforderungen. Sprachliche Bildung gilt als zentrale Voraussetzung für Bildungsteilhabe und schulischen Erfolg (Gogolin, 2020). Nationale Strategien zur digitalen und inklusiven Bildung betonen zugleich die Notwendigkeit professioneller Weiterqualifizierung (Kultusministerkonferenz [KMK], 2019; Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren [EDK], 2021).

Gleichzeitig zeigt sich, dass viele Lehrpersonen bislang kein systematisch aufgebautes Fachwissen im Bereich Sprache und Kommunikation erwerben konnten. Dies betrifft sowohl sprachstrukturelle Aspekte als auch pragmatisch-kommunikative Dimensionen des Unterrichts. Forschung zu Sprachförderung und inklusiven Settings unterstreicht die Bedeutung professioneller Handlungskompetenz in diesem Bereich (Beushausen, 2023; Sallat et al., 2017).

DeLeDi-SpuK reagiert auf diesen Bedarf, indem sonderpädagogische Expertise im Bereich Sprache und Kommunikation für Lehrpersonen ohne spezifische Fachexpertise digital zugänglich gemacht wird.
 

Vorgehen

DeLeDi-SpuK ist ein transnationales Erasmus+-Projekt mit Movetia-Förderung von Partnerinstitutionen aus Deutschland, Österreich, Luxemburg, Belgien und der Schweiz. Entwickelt wird eine deutschsprachige digitale Lernumgebung zu Sprache und Kommunikation, die Lehrpersonen beim systematischen Wissensaufbau und der Professionalisierung ihrer Handlungspraxis unterstützt.

Die modularen Lernangebote umfassen sprachförderlichen Unterricht, Mehrsprachigkeit, Sprachverstehen, Kommunikation, Pragmatik sowie die Analyse sprachlicher Barrieren im inklusiven Unterricht. Die Entwicklung erfolgt in einem iterativen Forschungs- und Entwicklungsprozess, der wissenschaftliche Modellbildung mit praktischer Erprobung verbindet (McKenney & Reeves, 2019).

Die Lernmodule werden gemeinsam mit Lehrpersonen entwickelt, erprobt und auf Grundlage von Rückmeldungen weiteroptimiert. Ziel ist eine wissenschaftlich fundierte, zugleich praxisnahe Lernarchitektur, die langfristig in Aus- und Weiterbildung integriert werden kann.

Erwartete Ergebnisse

Erwartet wird eine digital zugängliche, barrierearme Lernumgebung mit mehreren modularen Lernpaketen. Diese ermöglichen Lehrpersonen:

•    grundlegendes Wissen zu Sprache und Kommunikation aufzubauen,
•    sprachliche Auffälligkeiten im Unterricht zu erkennen,
•    sprachliche Barrieren systematisch zu analysieren,
•    Unterricht sprachsensibel und inklusiv zu gestalten,
•    professionell mit Mehrsprachigkeit umzugehen,
•    und erste präventive sowie unterstützende Massnahmen umzusetzen.

Die Lernumgebung wird als Open-Access-Ressource bereitgestellt und in die Aus- und Weiterbildung der HfH integriert. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur evidenzinformierten Professionalisierung im Bildungsbereich (McKenney & Reeves, 2019).

Fazit für die Praxis

DeLeDi-SpuK verbindet heil- und sonderpädagogische Expertise, digitale Innovation und internationale Kooperation. Es stärkt die Handlungssicherheit von Lehrpersonen im Umgang mit sprachlicher Vielfalt und unterstützt lebenslanges Lernen im inklusiven Bildungssystem.

Die Plattform bietet einen strukturierten, praxisnahen Zugang zu sprachbezogener Professionalität und trägt dazu bei, Unterrichtsqualität und Teilhabechancen aller Kinder nachhaltig zu verbessern.

Literatur

  • Beushausen, U. (2023). Sprachförderung in inklusiven Settings. Kohlhammer.
  • Gogolin, I. (2020). Sprachliche Bildung: Gesellschaftliche Teilhabe durch Sprache. Springer VS.
  • Mayring, P. (2015). Qualitative Inhaltsanalyse: Grundlagen und Techniken (12. Aufl.). Beltz.
  • McKenney, S., & Reeves, T. C. (2019). Conducting educational design research. Routledge.
  • Sallat, S., Hofbauer, C., & Jurleta, J. (2017). Sprachliche Prävention in Bildungseinrichtungen. WiFF.
  • Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK). (2021). Sprachliche Bildung in der Schweiz. EDK.
  • Kultusministerkonferenz. (2019). Bildung in der digitalen Welt: Strategie der Kultusministerkonferenz. KMK.
  • World Health Organization. (2007). International classification of functioning, disability and health: Children & youth version (ICF-CY). WHO.