StaFF-CH: Handlungsplanung im Bereich Verhalten und Erleben

Kategorie Projekt

Ausgangslage und Ziele

StaFF-CH überführt die im Projekt StaFF entwickelten Prozessstandards in ein kantonsübergreifendes, datengestütztes Schulentwicklungs- und Unterstützungskonzept. Es unterstützt Schulen dabei, Förderbedarfe im Bereich Verhalten und Erleben anhand klarer Kriterien, strukturierter Rückmeldungen und systematischem Monitoring nachvollziehbar einzuschätzen, passgenaue Massnahmen abzuleiten und deren Wirkung zu überprüfen. Das Projekt verbindet Praxisentwicklung, wissenschaftliche Begleitung und Transfer für Schulen, Kantone und Professionen.

Das Projekt ist als Open-Science-Vorhaben auf OSF prä-registriert.

Projektleitung

Dennis Christian Hövel Titel Prof. Dr.

Funktion

Leiter Institut für Verhalten, sozio-emotionale und psychomotorische Entwicklungsförderung / Professor

Fabio Sticca Titel Prof. Dr.

Funktion

Professor für Diagnostik und Förderung sozio-emotionaler und psychomotorischer Entwicklung

Pierre-Carl Link Titel Prof.

Funktion

Professor für Erziehung und Bildung im Feld sozio-emotionaler und psychomotorischer Entwicklung

Fakten

  • Dauer
    07.2026
    12.2027
  • Projektnummer
    2_46

Für Studienteilnahme registrieren

Schulen, die an StaFF-CH teilnehmen möchten, können sich über das Registrierungsformular anmelden. Anmeldungen ab dem 2. August 2026 werden für einen Start im Schuljahr 2027–2028 berücksichtigt. Nach der Registrierung erhalten Sie die weiteren Informationen zum Ablauf, sowie zu den organisatorischen und datenschutzbezogenen Rahmenbedingungen.

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Monatliche Coachings buchen

Im Rahmen von StaFF-CH werden monatlich freiwillige Coachings angeboten. Das Angebot richtet sich an Lehrpersonen, schulische Heilpädagog:innen, Schulleitungen und weitere Beteiligte, die den StaFF-Prozess im Schulhaus umsetzen. Die Coachings bieten Raum für Klärungen, individuelle Anliegen und praktische Hilfestellungen zu Ablauf, Rollen, Datennutzung und Massnahmenplanung.

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StaFF-Tagung: Gemeinsam wirksam werden am 19. Mai 2027

Weiterführende Informationen

Vertiefende Informationen zu StaFF finden Sie auf der Tagungsseite sowie in ausgewählten Publikationen und Materialien zum Konzept, zu ersten Effekten und zum StaFF-Prozess.

Ausgangslage

Die Feststellung sonderpädagogischer Unterstützungsbedarfe ist für passgenaue Förderung zentral. In der schulischen Praxis wird sie jedoch häufig durch uneinheitliche Kriterien, begrenzte Datenbasierung und wenig transparente Ableitung von Förderentscheidungen erschwert. StaFF-CH setzt hier an und entwickelt ein skalierbares Vorgehen für Schulen, das standardisierte Erhebungen, datenbasierte Massnahmenplanung und Verlaufsmonitoring verbindet.

Grundlage sind die im Projekt StaFF entwickelten Prozessstandards (Hövel, Nideröst, et al., 2025) zur schulischen Diagnostik und Förderung. Für den Schwerpunkt Verhalten und Erleben orientiert sich StaFF an fünf pädagogisch operationalisierten Kriterien: normabweichendes Verhalten, Persistenz über einen längeren Zeitraum, settingsübergreifendes Auftreten, fehlende hinreichende Wirkung universeller beziehungsweise selektiver Massnahmen sowie Beeinträchtigung oder Leidensdruck. Ziel ist es, Förderentscheidungen nachvollziehbarer, vergleichbarer und wirksamer zu machen.

Die Erfahrungen aus StaFF-BL (Hövel, Röösli, et al, 2025) zeigen, dass ein solches Vorgehen unter Praxisbedingungen tragfähig sein kann. Darauf aufbauend wird StaFF-CH kantonsübergreifend weiterentwickelt und wissenschaftlich begleitet.

Vorgehen

StaFF-CH ist als wissenschaftlich begleitete Implementation eines datengestützten Schulentwicklungs- und Unterstützungskonzepts angelegt. Quantitativ werden standardisierte Erhebungen zu Verhalten, Erleben und zentralen Outcomes der Lehrpersonen über ein Schuljahr hinweg durchgeführt. Ergänzt werden diese Daten durch Prozessinformationen aus dem StaFF-Ablauf, etwa zu durchlaufenen Schritten, Massnahmen, Monitoring und Entscheidungsereignissen.

Qualitativ untersucht das Projekt, wie Schulen Rückmeldedaten deuten, wie Entscheidungen über Förderprozesse zustande kommen und welche normativ-ethischen Spannungsfelder dabei sichtbar werden. Dafür werden Interviews mit beteiligten Akteur:innen geführt, die an Rückmeldung, Fallaufnahme, Massnahmenplanung, Verlaufsbeurteilung oder Eskalationsentscheidungen beteiligt sind.

StaFF-CH verbindet damit Wirksamkeitsprüfung, Prävalenzbeschreibung, Implementation und Transfer in einem gemeinsamen Rahmen.
 

Erwartete Ergebnisse

StaFF-CH soll zeigen, wie Schulen datenbasiert mit Herausforderungen im Bereich Verhalten und Erleben arbeiten können, ohne Förderentscheidungen zu technokratisieren. Erwartet werden Erkenntnisse in vier Bereichen:

  • Erstens zur Wirksamkeit des Vorgehens unter Skalierungsbedingungen, insbesondere in Bezug auf Selbstwirksamkeit und Belastung von Lehrpersonen sowie auf Entwicklungen im Verhalten und Erleben von Schüler:innen.
  • Zweitens zu schulbezogenen Häufigkeitsmustern entlang klar operationalisierter Kriterien im Bereich Verhalten und Erleben.
  • Drittens zu Gelingensbedingungen und Stolpersteinen der schulischen Implementation, etwa bei der Interpretation von Rückmeldedaten, der Ableitung von Massnahmen und dem Monitoring von Verläufen.
  • Viertens zu handlungsleitenden Fragen von Fairness, Transparenz, Datenschutz, Verantwortung und Teilhabe im Umgang mit datengestützter Feststellung und Massnahmenplanung.

Fazit für die Praxis

StaFF-CH unterstützt Schulen dabei, herausfordernde Situationen nicht nur zu benennen, sondern systematisch zu verstehen und wirksam zu bearbeiten. Die Verbindung von standardisierten Erhebungen, schulischen Entscheidungsroutinen, passgenauen Massnahmen und Verlaufsdiagnostik schafft eine praxistaugliche Grundlage für mehr Transparenz, bessere Kooperation und gezieltere Förderung.

Für Schulen und Kantone bietet StaFF-CH damit einen konkreten Mehrwert: Förderprozesse werden nachvollziehbarer, Ressourcen können datenbasierter diskutiert werden, und Schulen gewinnen an Tragfähigkeit im Umgang mit Verhalten und Erleben. Für die HfH entstehen zugleich anschlussfähige Grundlagen für Forschung, Weiterbildung, Dienstleistung und Transfer.

Literatur

Andere Referate/Vorträge (im Berufsfeld, Vorlesung an Hochschule etc.)

  • Nideröst, M., & Link, P.-C.
    Gemeinsam wirksam werden: SEL-Implementation & Diagnostik im Schulalltag.
    StaFF-Tagung: Gemeinsam wirksam werden,
    HfH Zürich, Schweiz.
  • Link, P.-C.
    Ableitung spezifischer unterrichtlicher Massnahmen auf Basis der vorliegenden Daten.
    Workshop, StaFF-Tagung (Teil II), Kanton Basel-Landschaft, Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion, Amt für Volksschulen, Ebenrain-Zentrum für Landwirtschaft, Natur und Ernährung,
    Sissach, Schweiz.
  • Link, P.-C., & Grossmann, G.
    Gelingensbedingungen und Barrieren von mehrstufigen Unterstützungssystemen (MTSS – Multi-Tiered System of Supports) in der Schule sowie die Webseite des StaFF zur Implementierung in der Schulpraxis.
    Keynote, StaFF-Tagung (Teil I), Kanton Basel-Landschaft, Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion, Amt für Volksschulen, Campus Bildung Gesundheit,
    Münchenstein, Schweiz.