Modul 1: Einführungsveranstaltung – Sprachförderung als gemeinsame Aufgabe
In der Einführungsveranstaltung erhalten Sie einen Überblick über die Organisation und den inhaltlichen Aufbau des Zertifikatslehrgangs.
Es werden zentrale Modelle und Konzepte der durchgängigen Sprachbildung sowie des sprachsensiblen (Fach-)Unterrichts eingeführt. Diese bilden die Grundlage für eine inklusive Sprachförderung über alle Fächer und Zyklen hinweg. Anhand von Praxisbeispielen wird diskutiert, warum Sprachförderung als gemeinsame Aufgabe aller Lehr- und pädagogischen Fachpersonen verstanden werden muss.
Präsenztag; Selbststudium; Online-Coaching
Leitung
Nina Gregori, Dr.
Senior Lecturer
Modul 2: Grundlagen des Sprach- und Schriftspracherwerbs
Wie eignen sich Kinder und Jugendliche Sprache an – ein- wie mehrsprachig, mündlich wie schriftlich? Das Modul vermittelt Grundlagen des Spracherwerbs und des Schriftspracherwerbs. Im Zentrum stehen typische Entwicklungsverläufe, Meilensteine und der Einfluss von Mehrsprachigkeit auf sprachliche und schriftsprachliche Kompetenzen. Sie setzen sich mit zentralen Erwerbsmodellen auseinander und lernen, individuelle sprachliche Profile von Kindern und Jugendlichen darin zu verorten. Anhand von Fallbeispielen aus den Zyklen 1–3 wird der Transfer in den eigenen Unterrichtsalltag hergestellt.
Selbststudium; Online-Coaching
Leitung
Nina Gregori, Dr.
Senior Lecturer
Modul 3: Sprachstände beobachten und einordnen
Die Sprachentwicklung beeinflusst das schulische Lernen massgeblich. Ein frühes Erkennen sprachlicher Auffälligkeiten ermöglicht gezielte Förderung und kann schulischen Schwierigkeiten vorbeugen. Im Zentrum des Moduls steht daher die geschulte Beobachtung: Wie zeigen sich Sprachauffälligkeiten und wie lassen sich Sprachstände im Unterrichtsalltag systematisch erfassen, einordnen und interpretieren?
Ausgehend von dem, was Lehr- und Fachpersonen in ihrem Berufsalltag bereits an Beobachtungen leisten, erweitern Sie ihr Repertoire um geeignete Instrumente: Sie lernen ausgewählte Screenings und Beobachtungstools kennen, erproben deren Einsatz und üben sich im Lesen und Interpretieren entsprechender Berichte. Ergänzend werden Abläufe präventiver Erfassung (Screenings, Reihenuntersuchungen, Zusammenarbeit mit externen Stellen) thematisiert sowie Ansätze der Lernfortschrittsdiagnostik (Curriculum-Based Measurement) als Brücke zur kompetenzorientierten Beurteilung vorgestellt.
Im praxisorientierten Teil besuchen die Teilnehmenden das Didaktische Zentrum der HfH (DiZ), sichten Sprachförderprogramme und erproben Apps direkt auf den iPads.
Präsenztag; Selbststudium; Online-Coaching
Leitung
Nina Gregori, Dr.
Senior Lecturer
Britta Massie, Prof., Dr. rer. biol. hum.
Professorin für Sprachförderung und Sprachdidaktik in heterogenen Lerngruppen (in Stellenteilung)
Modul 4: Inklusiv sprachlich fördern – Teil 1: Lese- und Schreibkompetenz
Der Lehrplan 21 gilt grundsätzlich für alle Kinder unabhängig von ihren sprachlichen Voraussetzungen. Wie aber lassen sich seine Kompetenzziele auch im inklusiven Setting erreichen? Das Modul widmet sich schwerpunktmässig dem verstehenden Lesen und der Schreibförderung. Exemplarisch wird aufgezeigt, wie gängige Lehrmittel angepasst werden können, um Leseverstehen gezielt zu fördern und sprachliche Hürden abzubauen. Darauf aufbauend erweitern Sie Ihr didaktisches Repertoire in Bezug auf die Schreibförderung. Praxisorientierte Zugänge und Materialien werden vorgestellt, erprobt und im Hinblick auf den eigenen Unterricht reflektiert. Ergänzend rückt die Rolle der Teilnehmenden als Schlüsselpersonen für inklusive Sprachförderung in den Blick: Wie lässt sich das eigene didaktische Handeln gegenüber Kolleg:innen, Schulleitungen und Eltern nachvollziehbar begründen und kommunizieren? Sie erproben, wie sie fachliche Entscheidungen sprachlich klar einordnen und im Team vertreten können.
Präsenztag; Selbststudium; Online-Coaching
Leitung
Nina Gregori, Dr.
Senior Lecturer
Modul 5: Inklusiv sprachlich fördern – Teil 2: Mündliche Kommunikation
Im Zentrum dieses Moduls steht die mündliche Kommunikation als zentrales Handlungsfeld inklusiver Sprachförderung. Die Teilnehmenden erweitern ihr Repertoire an performativen und handlungsorientierten Zugängen, mit denen Kinder und Jugendliche in heterogenen Lerngruppen ins Sprechen kommen, sowie ihre eigenen Kompetenzen im Bereich der Gesprächsführung. Ergänzend werden aktuelle Studienergebnisse dazu vorgestellt, wie häufig Kinder mit Sprach-, Sprech- und Kommunikationsauffälligkeiten in Schweizer Regelschulen gefördert werden und wie die beteiligten Fachpersonen zusammenarbeiten; pädagogische Herausforderungen und Erfolgsfaktoren werden gemeinsam beleuchtet. Den Rahmen bildet die Zusammenführung der Erkenntnisse aus den Workshops des Wahlbereichs 1, sodass die Teilnehmenden ihre Einblicke in unterschiedliche Förderzugänge im gemeinsamen Diskurs verdichten und auf das eigene Praxisfeld beziehen können.
Präsenztag; Selbststudium; Online-Coaching
Leitung
Nina Gregori, Dr.
Senior Lecturer
Barbara Rindlisbacher, Dr.
Logopädin / Dozentin PH Bern, Institut für Heilpädagogik
Modul 6: Zusammenarbeiten und sprachliche Bildung in der Schule verankern
Das Modul fokussiert die Rolle der Teilnehmenden als Schlüsselpersonen für inklusive Sprachbildung an ihrer Schule. Im Zentrum stehen Konzepte sprachbezogener interprofessioneller Kooperation – etwa zwischen Regellehrpersonen, schulischen Heilpädagog:innen, DaZ-Lehrpersonen, Logopädie und weiteren Fachpersonen – sowie Ansätze sprachbezogener Elternpartnerschaft. Anhand konkreter Praxisbeispiele aus Schulen reflektieren sie zudem, wie sprachliche Bildung und Förderung über alle Zyklen hinweg im schulischen Alltag systematisch verankert werden kann. Den Rahmen bildet die Zusammenführung der Erkenntnisse aus den Workshops des Wahlbereichs Teil 2 sowie der gegenseitigen Peer-Besuche, in denen die Teilnehmenden Einblick in die Praxis ihrer Mitlernenden gewinnen.
Präsenztag; Selbststudium; Online-Coaching
Leitung
Nina Gregori, Dr.
Senior Lecturer
Britta Massie, Prof., Dr. rer. biol. hum.
Professorin für Sprachförderung und Sprachdidaktik in heterogenen Lerngruppen (in Stellenteilung)
Modul 7: Portfolio und Zusammenführung
Das Portfolio begleitet Sie durch den gesamten Zertifikatslehrgang: Über alle Module hinweg dokumentieren sie ihren Lernweg und beziehen zentrale Erkenntnisse fortlaufend auf den eigenen Unterricht. Im Abschlussmodul werden diese Bausteine verdichtet und zu einem Gesamtbild zusammengeführt. Sie ziehen aus dem erworbenen Wissen zu Entwicklungsverläufen sowie Unterrichts-, Förder- und Schulkonzepten begründete Schlüsse für die eigene Praxis und differenzieren Ihre Rolle als Schlüsselperson für inklusive Sprachförderung im Hinblick auf den Bedarf vor Ort aus.
Präsenztag; Selbststudium; Online-Coaching
Leitung
Nina Gregori, Dr.
Senior Lecturer
Wahlbereich
Im Wahlbereich werden zyklusspezifische Workshops zu didaktischen Konzepten der inklusiven Sprachförderung angeboten. Sie besuchen mindestens vier Workshop-Angebote.
Arbeitstitel der Workshops:
- Sprachförderung in digitalen und realen Lernwelten (Zyklus 1)
- Integration exekutiver Funktionen in die Leseförderung (Zyklus 1)
- Handlungsorientierte Sprachförderung: Zaubern als Didaktik einer lustvollen Sprachförderung (Zyklus 1)
- Handlungs-, spiel- und bewegungsorientiertes Sprachförderkonzept: SPRINT (Zyklus 1)
- Inklusive Sprachbildung im Kontext von Sprachenvielfalt – beobachten, begleiten, Teilhabe ermöglichen (Zyklus 1)
- Schriftspracherwerb und LRS (Zyklus 1)
- Fördermöglichkeiten bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (Zyklus 1-3)
- Sprache und Autismus (Zyklus 1-3)
- Unterstützte Kommunikation und Deutsch als Zweitsprache (UK & DaZ) (Zyklus 1-3)
- Theaterpädagogik / Performative Zugänge DaZ (Zyklus 2 und 3)
- Förderung von Mehrsprachigkeit (Zyklus 2 und 3)
- Fremdsprachenlernen und LRS (Zyklus 2 und 3)
- KI-Interaktionskompetenz im Fachunterricht unterstützen (Zyklus 3)
- Mitarbeit in Forschungsprojekt
Präsenz(halb)tag oder Online-Veranstaltung
Leitung
Nina Gregori, Dr.
Senior Lecturer
Detailinformationen
CAS Inklusive Sprachförderung
Kategorie Weiterbildung