«Sie unterstützen Kinder in ihrem Sein, nicht im Anderssein»: 91 Absolvent:innen erhielten ihr Diplom

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91 Absolvent:innen der Logopädie und Psychomotoriktherapie haben ihr Diplom erhalten, 84 im Bachelor und sieben im Master. Die Diplomfeier fand am 30. September 2026 im Hotel Spirgarten in Zürich statt.

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Zur Eröffnung der Diplomfeier nahm Prof. Dr. Olivia Gasser-Haas, Studiengangsleiterin Master Psychomotoriktherapie, die gemeinsam mit Anja Solenthaler, Co-Studiengangsleiterin Bachelor Psychomotoriktherapie, durch den Abend führte, einen kleinen Dinosaurier mit auf die Bühne. Die Dinosaurierwelt sei faszinierend und vielfältig gewesen: manche hatten lange Hälse, andere waren flink oder stark. Genau so vielfältig wie die Absolvent:innen. Sie scherzte: «Und nach dem langen Weg, der gepflastert war mit Prüfungen und Abgaben, fühlen sich manche vielleicht selbst ein wenig wie ein Dinosaurier.» Dabei seien sie über sich hinausgewachsen und dürften sehr stolz auf sich sein, lobte sie die anwesenden Gäste im Hotel Spirgarten.

Ein anspruchsvoller Beruf. Anschliessend würdigte Prof. Dr. Claudia Ziehbrunner, Leiterin Zentrum Ausbildung und Weiterbildung, die Berufswahl der Absolvent:innen. Kinder mit besonderem Bildungsbedarf haben ein Recht auf Unterstützung, und genau diese leisten die neuen Fachpersonen. Man könne nicht von einem generalisierten Bedarf ausgehen, sondern immer nur von individuellen Bedürfnissen. Die Absolvent:innen hätten einen anspruchsvollen und verantwortungsvollen Beruf gewählt: «Sie unterstützen Kinder in ihrem Sein, nicht in ihrem Anderssein.» Das sei ihr Beitrag zu mehr Gerechtigkeit im Bildungssystem und der Gesellschaft.

Macht wie Lego. Für einen besonderen Moment der Inspiration sorgte Festrednerin Dr. Norma Graf mit einer Frage ans Publikum: «Wer hat dieses Studium gewählt, um mehr Macht zu haben?» Daraufhin meldete sich niemand. Macht habe keinen guten Ruf, man denke schnell an Machtgefälle. Doch wer zu viel Abstand nimmt, landet in der Ohnmacht. Irgendwo in der Mitte möchte man sein. Im Kern bedeute Macht schlicht Einfluss auf Handlungsspielräume. Graf zeigte sich überzeugt: «Wer in einer inklusiven Welt leben will, muss seine Macht nutzen und vor allem teilen.» Beim Teilen denke man vielleicht zuerst an Kuchen, doch davon bleibe für alle immer weniger. Macht sei nach ihrem dargelegten Verständnis eher wie Lego: Erst wenn man die Teile zusammenfügt, entsteht etwas. Kollektive Macht oder: Ermächtigung. So lasse sich unsere Welt inklusiver bauen – Stein für Stein.

Flügel für den Berufsweg. Nach einem Grusswort von Irina Wolbers, Präsidentin des Vereins Alumni HfH, schloss Olivia Gasser-Haas den Bogen: Dinosaurier hätten sich weiterentwickelt, manchen seien sogar Flügel gewachsen. Genau das wünscht die HfH allen Absolvent:innen für ihren Berufsweg. Beim Apéro bot sich Gelegenheit, gemeinsam auf den Abschluss anzustossen. Die HfH gratuliert herzlich und wünscht viel Erfolg.

Mit ihrem Diplom sind die Absolvent:innen bestens vorbereitet, einen wichtigen Beitrag zur Bildung und Teilhabe zu leisten. Die Bachelorstudiengänge Logopädie und Psychomotoriktherapie gehören zu den zwei grösseren Studiengängen an der HfH: Insgesamt stärken 45 Personen das Berufsfeld als Logopäd:innen, und 39 Personen als Psychomotoriktherapeut:innen. Drei Personen erhielten ihr Masterdiplom in Logopädie, vier in Psychomotoriktherapie.