Sexuelle Ausbeutung im Machtgefälle: Diversity Lunch Talk mit Limita
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Mark Jenni von der Fachstelle Limita zeigte am Diversity Lunch Talk vom 20. Oktober 2026 wichtige Aspekte von Kinderschutz auf.
Kinderschutz als Priorität. «Gerade Institutionen, deren Auftrag es ist, Kinder zu pflegen, zu betreuen und sie bei einer gesunden Entwicklung zu unterstützen, müssen Kinderschutz zu ihrer Priorität machen», eröffnete Mark Jenni sein Inputreferat. Wenn in diesen Institutionen allerdings sexueller Missbrauch geschieht, steht dies dem eigentlichen Auftrag diametral entgegen. Dies führt häufig dazu, dass das Thema und missbräuchliche Vorkommnisse tabuisiert werden. Neben dem nötigen Wissen über strukturelle Bedingungen und Konstellationen, die Missbrauch begünstigen können, fehle auch die Vorstellungskraft, dass Missbrauch in der eigenen Institution tatsächlich passieren könne. Prävention setzt dieses Eingeständnis, diese Vorstellungskraft, jedoch voraus. «Organisationen können und müssen ihre Strukturen so gestalten, dass die Wahrscheinlichkeit für Taten sinkt», fordert Mark Jenni, Fachmitarbeiter bei der Fachstelle zur Prävention sexueller Ausbeutung, Limita. Gibt es einen gemeinsamen Referenzrahmen, so dass wir ein gemeinsames Verständnis davon haben, was eine Grenzverletzung ist? Solche Schutzkonzepte gehören zu den Qualitätsstandards von Institutionen.
Vulnerable Gruppe. Gerade Kinder, die bereits mehrfach belastet sind, sind gefährdet, ebenso Menschen mit Behinderung. Dies entspricht der Zielgruppe der HfH-Berufe. Deshalb ist es besonders wichtig, die Fachpersonen für dieses Thema zu sensibilisieren. Der Referent erklärte, dass Grenzverletzungen im pädagogischen Alltag immer wieder passieren. Diese gilt es anzusprechen. Bei einer Grenzverletzung spielt es keine Rolle, ob sie absichtlich oder unabsichtlich passiert ist. Eine Absicht muss dabei nicht unterstellt werden. Die Mehrzahl der bekannten Fälle wird nicht angezeigt, die Mehrzahl der angezeigten Fälle wird nicht bestraft. Eine traurige Bilanz.
Diskrimierende Narrative. Wissen über Behinderung muss auch in der Jugendhilfe und in der Justiz ankommen, ansonsten bergen bestehende Prozesse der Aufklärung und Strafverfolgung neue Risiken für Diskriminierung. Diskriminierende Narrative in der Gesellschaft müssen hinterfragt werden, damit sie in Prozessen, die für Gerechtigkeit sorgen sollten, beispielsweise in Strafverfahren, nicht greifen können.
Mehr erfahren. Weitere Informationen und Materialien stehen auf der Website der Fachstelle Limita zur Verfügung. Das Team der Fachstelle beantwortet gerne Fragen. Nehmen Sie Kontakt auf.
Diversity Lunch Talk. Die Veranstaltungsreihe Diversity Lunch Talk der Beauftragten für Diversity und Gleichstellung ist öffentlich. Zweimal jährlich über Mittag bietet der Diversity Lunch Talk der HfH ein niederschwelliges Angebot zur Sensibilisierung von Student:innen und Mitarbeiter:innen sowie Interessierten aus dem Hochschulkontext.