DigiCamp 2026: Teilnahme auf Augenhöhe

Kategorie News

Der Wintercampus «DigiCamp» fand anfangs Februar bereits zum dritten Mal statt. Dieses Jahr nahmen 66 Studierende aus diversen Fachbereichen teil. Es wurden interdisziplinäre Lösungen für Menschen mit Behinderung entwickelt – im Fokus stand die Sehbeeinträchtigung.

Kontakt

Ingo Bosse Titel Prof. Dr.

Funktion

Co-Leiter a.i. Institut für Lernen unter erschwerten Bedingungen / Professor für ICT for Inclusion

Insgesamt 66 Studierende nahmen am diesjährigen Wintercampus teil und entwickelten in Gruppen interdisziplinäre Lösungen für Alltagsprobleme bei komplexen Behinderungen. Die Studierenden profitierten von der multidisziplinären Teamzusammenstellung, zu der auch Schüler der Schule Fokus Sehen gehörten.

Konkrete Problemstellungen als Ausgangslage. Das DigiCamp startete für die Studierenden mit einer Einführung in die drei Themenbereiche Design Thinking Methode, 3D-Druck und Software-Prototyping. Danach wendeten sie das Erlernte an, um Lösungen für konkrete Problemstellungen von Menschen mit einer komplexen Behinderung zu entwickeln. Die Lösungsansätze wurden vor Ort getestet und im Verlauf der Woche zu Prototypen weiterentwickelt. Am Ende der Woche konnten funktionierende Prototypen präsentiert werden. Folgende Prototypen wurden entwickelt:

  • Gürtel- und Rucksackhalterung für einen Blindenstock
  • Handyhalter und eine Navigationsapp für sehbeeinträchtigte Personen
  • Zuckerschaufel für blinde Kaffeegeniesser
  • Inklusives Uno-Spiel zum Tasten
  • Feel-Efant: ein taktiles Schiebepuzzle
  • Das verrückte Labyrinth-Spiel zum Tasten
  • JUGZ – ein inklusives Spiel
  • Metacom-Würfel
  • Inklusiver Wochenplan für die Primarschule
  • App zur Patientenverwaltung in der Logopädie
  • Schreibhilfe Graphomotorik: der Handgleiter
  • Pferdeschwanz binden mit einer Hand-Hilfe

ALL4all Lab als kreativer Entwicklungsraum. Die moderne Ausstattung des ALL4all Labs der HfH ermöglichte den Studierenden ein rasches Erproben der erarbeiteten Lösungen im Rapid-Prototyping-Verfahren. Vom ersten Modell in Styropor oder Papier entwickelten die Studierenden einen 3D-Druck und Apps, die sogleich angewendet und verbessert werden konnten. Das ALL4all – Sign Language and Access Technologies Lab der HfH arbeitet eng mit der Fachstelle ICT for Inclusion zusammen, der Anlaufstelle der HfH für Fragen rund um assistive Technologien und den Aufbau von Medien- und Anwendungskompetenz in Therapie und Unterricht.

Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg. Gearbeitet wurde in interdisziplinären Gruppen. Für die Teilhabe aller Studierenden galt es, zum Teil komplexe Sachverhalte barrierefrei zu vermitteln und in den Gruppen herauszufinden, wer welchen Beitrag leisten kann. «Beeindruckend war, wie die Zusammenarbeit gelungen ist – über Studiengänge, Altersunterschiede hinweg und mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten», so Prof. Dr. Ingo Bosse, Initiant und Leiter des Wintercampus «DigiCamp» sowie Professor für ICT for Inclusion an der HfH.

Erfolgreiche Kooperation. Der Wintercampus «DigiCamp» der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH) fand in Zusammenarbeit mit der OST – Ostschweizer Fachhochschule, der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich, der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und dem Institut Unterstrass statt.

Audiobeitrag. Das SRF hat im Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 15. Februar 2026 über das DigiCamp berichtet. Zum Beitrag