Das heilpädagogische Know-how im System Schule ist wirksam
Kategorie Medienmitteilung
Die Umfrage des LCH zeigt: Eine inklusive, tragfähige Schule ist eine Herausforderung. Von den 10'000 befragten Lehrpersonen beurteilen 51% die inklusionsorientierte Schule positiv, 48% sehen sie eher kritisch. Die Studie zeichnet ein differenziertes Bild der aktuellen Situation. Aus Sicht der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH) wird deutlich: Heilpädagogisch ausgebildete Fachpersonen sind eine wichtige Stütze im System. Denn, so zeigt die Umfrage, wo mehr heilpädagogisches Wissen vorhanden ist, sind Lehrpersonen weniger belastet und die inklusionsorientierte Schule wird als tragfähiger wahrgenommen.
Heilpädagogisches Know-how im System entlastet die Lehrpersonen
Viele Lehr- und Fachpersonen tragen die Idee der inklusiven Schule grundsätzlich mit, beurteilen ihre heutige Umsetzung aber kritisch. Mit 76 Prozent stehen Schulische Heilpädagog:innen (SHP/IF-Lehrpersonen) der inklusionsorientierten Schule klar positiv gegenüber.
Prof. Dr. Monika Wicki, Professorin für Special Needs Educational Governance der HfH, stellt fest: «Laut der Umfrage fühlen sich die Lehrpersonen in Kantonen, in denen mehr heilpädagogisch ausgebildete personelle Ressourcen zur Verfügung stehen, eher weniger belastet. In den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Obwalden, Nidwalden, Uri und Graubünden steht pro 80 bis 110 Schüler:innen eine Vollzeitstelle Schulische Heilpädagogik zur Verfügung, während dies in den Kantonen Freiburg oder Aargau bei über 160 Schülerinnen und Schüler der Fall ist. Dies zeigen die Zahlen des Bundesamts für Statistik (BfS)».
Das heisst: Heilpädagogisches Know-how im System entlastet die Lehrpersonen und Akzeptanz entsteht also vor allem dort, wo Inklusion mit einer hohen Unterrichts- und Unterstützungsqualität verbunden ist.
Die Aus- und Weiterbildung der Fachpersonen ist ein zentraler Gelingensfaktor
Wo die Umsetzung vor allem von Belastung und Ressourcenmangel geprägt ist, überwiegt hingegen eine skeptische Sicht. Der LCH fordert deshalb mehr Ressourcen. Prof. Dr. Christoph Suter, Leiter des Instituts für Professionalisierung und Systementwicklung der HfH, differenziert: «Ausreichende Ressourcen sind für die Umsetzung wichtig, sie kommen jedoch nur zum Tragen, wenn auch das nötige Fachwissen verfügbar ist. Es lohnt sich also, in heilpädagogische Kompetenz und Schulentwicklung zu investieren.» Die Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen ist ein wesentlicher Gelingensfaktor für die inklusionsorientierte Schule. Die HfH leistet als Kompetenzzentrum für Heil- und Sonderpädagogik hierfür einen wesentlichen Beitrag.
Es braucht ein Miteinander von Politik, Wissenschaft und Praxis
Prof. Dr. Barbara Fäh, Rektorin der HfH zeigt auf: «Die HfH setzt sich seit Jahrzehnten tatkräftig dafür ein, dass jedes Kind die Unterstützung erhält, die es braucht, mit dem Ziel, an der Gesellschaft zu partizipieren. Deshalb ist hier nicht die Schule allein gefordert. Es braucht ein Miteinander von Politik, Wissenschaft und Praxis. Die HfH schafft mit ihrem Master Schulische Heilpädagogik und flexibel erwerbbarem Wissen in Laufbahnmodellen und in CAS-Lehrgängen die Grundlage, heilpädagogisches Know-how im System zu stärken.»